Judo heißt übersetzt „der sanfte Weg" – und ist doch eine der vielseitigsten Sportarten überhaupt. Als olympische Zweikampfsportart trainiert Judo den ganzen Körper, schult den Charakter und macht Menschen jeden Alters stark: vom Vorschulkind bis zum Erwachsenen.

Judoka wirft die Partnerin in einer dynamischen Wurftechnik auf der Tatami
Judo lebt von Dynamik, Technik und Vertrauen zum Partner.

Mehr als ein Sport

Zwei Kinder im Judogi üben gemeinsam eine Bodentechnik (Ne-waza)

Judo bietet ein ausgezeichnetes Training für den ganzen Körper. Die Förderung der Körperkoordination ist gerade für Kinder wertvoll – und auch ältere Menschen gewinnen durch mehr Bewegungssicherheit echte Vorteile im Alltag. Judo ist damit nicht nur spannender Sport, sondern aktive Gesundheitsförderung: für alle, vom Kind bis zum Senior, und ausdrücklich auch für Menschen mit Behinderung.

  • Fair gewinnen – und verlieren lernen. In regelgeleiteten Wettkämpfen messen Judoka ihre Kräfte und lernen, mit Sieg wie Niederlage umzugehen.
  • Verantwortung und Vertrauen. Im intensiven Üben mit dem Partner stehen Rücksicht und gegenseitiges Vertrauen im Vordergrund – wichtige Erfahrungen im Sinne der Gewaltprävention.
  • Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung. Judo stärkt das Selbstvertrauen – ein Aspekt, der besonders Mädchen und Frauen zugutekommt.

Die 10 Judo-Werte

Werte werden auf der Matte nicht gepredigt, sondern gelebt. Der Deutsche Judo-Bund hat zehn Judo-Werte herausgestellt, die Judo in besonderer Weise vermittelt – beim Training, im Wettkampf und weit darüber hinaus im Alltag.

01 Höflichkeit
Partner und Gegner wie Freunde behandeln – und Respekt mit einer ordentlichen Verbeugung zeigen.
02 Hilfsbereitschaft
Anderen helfen, Techniken richtig zu lernen, und Neue in die Gruppe aufnehmen.
03 Ehrlichkeit
Fair kämpfen – ohne unsportliches Verhalten und ohne Hintergedanken.
04 Ernsthaftigkeit
Mit Konzentration und positiver Einstellung bei jeder Übung und jedem Wettkampf dabei sein.
05 Respekt
Trainer und erfahrene Judoka achten – und von ihnen lernen.
06 Bescheidenheit
Nicht prahlen, sondern von den Besseren lernen und sich stetig weiterentwickeln.
07 Wertschätzung
Die Mühe anerkennen, die andere ehrlich und nach ihren Möglichkeiten ins Training stecken.
08 Mut
Sich auch Stärkeren stellen und in schwierigen Lagen dranbleiben.
09 Selbstbeherrschung
Pünktlichkeit, Disziplin und Ruhe auf der Matte – in jeder Situation.
10 Freundschaft
Wer diese Werte lebt und alle Menschen achtet, gewinnt durch Judo echte Freunde.

Die Judowerte beim Deutschen Judo-Bund ›

Ein Stück Judo-Geschichte

Zwei Judoka im Kumi-kata-Griffkampf im Stand auf der Tatami

Judo wurde 1882 von Jigorō Kanō (1860–1938) in Tokio begründet. In seiner Schule, dem Kōdōkan („Ort, den Weg zu studieren"), formte er aus den alten Jiu-Jitsu-Techniken der Samurai eine moderne Erziehungs- und Wettkampfdisziplin. Der Name verbindet („sanft, nachgebend") mit („Weg, Grundsatz").

Kanōs Leitgedanke: größtmögliche Wirkung mit geringstem Aufwand – Siegen durch Nachgeben statt durch rohe Kraft. Dazu kommt das Prinzip des gegenseitigen Helfens und Verstehens. Nach Europa kam Judo ab 1906; der Deutsche Judo-Bund wurde 1953 gegründet, und seit 1964 ist Judo olympisch.

Durch die große Technikvielfalt, die ständige Weiterentwicklung sowie das Gürtel- und Wettkampfsystem ist Judo eine Sportart, die ein Leben lang faszinieren kann – auf der Matte wie im Alltag.

Judo selbst erleben

Am besten versteht man Judo, wenn man es ausprobiert. Beim DSC Wanne-Eickel ist das Probetraining kostenlos und unverbindlich – komm einfach vorbei.

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